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Training und Reiten |
Linda Tellington Jones TTouch für Pferde
Die Methode von Linda Tellington-Jones wird seit mehr als 30 Jahren erfolgreich angewandt. Zunächst schuf Linda einen “neuen Weg im Umgang mit Pferden”. Der Erfolg trug die Techniken der Methode über die Grenze der Arten hinaus. Der Tellington TTouch ist eine Technik, die sich von Tierart auf Tierart übertragen lässt. Leicht erlernbare qualitätsvolle Berührungen schaffen eine Basis der liebevollen und effektiven Kommunikation: Lernen wird leicht, Vertrauen und Kooperationsbereitschaft stellen sich ein, Blockaden lösen sich in Nichts auf. Die Wirkung auf die Gesundheit des Individuums ist sehr positiv. “Reiten mit Bewusstheit” nennt Linda das Reiten der Tellington-Methode für Pferde. Außer Linda Tellington-Jones beeinflusst heute Peggy Cummings das “Reiten mit Bewusstheit” der Tellington-Methode maßgeblich. “Connected Riding” ist die Reitschule von Peggy Cummings, die innerhalb der Tellington-Methode unterrichtet, aber auch als unabhängige Methode vermittelt wird.
Und jetzt zu den Pferden:
Linda Tellington Jones TTouch für Pferde - ist eine sanfte, kommunikative Form, viel Bodenarbeit, verbunden mit Massagen, die verschiedene Nervensysteme anregen. Robyn Hood (rechts im Bild mit Manuela), ist die Schwester von Linda Tellington-Jones, und gemeinsam haben sie ein gutes Lernprogramm für Pferde erarbeitet. Robin erklärt Manuela die drucklose Form des Führens, wo man nur sanft die Schnur durch die Hände gleiten lässt, so feinfühlig, dass das nur in Gramm zu messen ist.

Bodenarbeit ist klasse Zugang zum Pferd um Vertrauen zu gewinnen
Bodenarbeit ergänzt den Tellington TTouch bei jenen Arten, für die Führtraining relevant ist: Bei Pferden erstklassig einsetzbar. Auch wir im Corral los Andes vermitteln Ihnen gerne verschiedene Möglichkeiten und Zugänge zum Pferd. Dabei kommt es besonders darauf an, mit enormer Geduld bewusste, klare und langsame Ausführungen zu praktizieren. Bei kopfscheuen Pferden, die in irgendeiner Situation durch den Menschen eine Negativerfahrung gemacht haben (sonst wären sie ja nicht kopfscheu) gibt es nichts anderes, als ganz vorne anzufangen, am Boden. Solche Plastikwürste helfen enorm, Pferden verstehen zu geben, dass Bewegungen und Gegenstände aus der Höhe, also über den Tieren, nichts Negatives sind. Beachten Sie die Ballen am Boden, mit dieser Übung wird das räumliche Bewusstsein trainiert. Die Pferde sammeln Erfahrungen, die von Menschen ausgehen, positive Erfahrungen. Vor dieser Trainingsphase hatte unser Team Massagen am Tier durchgeführt und eine Vertrauensbasis aufgebaut.
Bodenarbeit mit dem verlängerten „Arm“ der Gerte
Gerten werden schnell in den Bereich der Gewalt eingestuft. Oft ist das auch leider so, aber nicht immer, denn gerade in vielen Übungen bei Natural Horsemanship, oder wie auch in der TTouch-Ausbildung, ist die Gerte nichts anderes, als der verlängerte Arm. Kein Mensch will sich ja hinknien um mal an der Vorderfüßen zu tippen! Und das ist es, das Tippen! Mit der Gerte werden sanfte Kommandos gegeben, ein „Kaum-Berühen“ gibt den Hinweis. Und auch Streicheleinheiten sind wichtig, denn bei dieser Arbeit wird dem Pferd zu verstehen gegeben, Gerte ist ein Teil von uns Menschen, Gerte gibt Kommandos, führt, lenkt und lobt.

Druck erzeugt Gegendruck. Druckfrei Arbeiten ist der schnellste Gewinn
Druck erzeugt Gegendruck. Druckfrei Arbeiten ist der schnellste Gewinn
Es gibt ja tausend Weisheiten auf der Erde, und fast jeder weiß was Neues und was Anderes. Es geht hier nicht darum, dass nur was wir praktizieren der einzige Weg zum Ziel ist. Erfolg will ich nicht sagen oder schreiben, denn Erfolg bedeutet für mich, etwas zu erreichen und mit dem was man erreicht über etwas zu stehen! Das wollen wir nicht, im Gegenteil, wir wollen eine gemeinsame partnerschaftliche Ebene auf Vertrauensbasis mit dem Pferd aufbauen. Auch hier ist die TTouch Methode bewundernswert. Alles wird in tiefster Ruhe gemacht, mit innerlicher Entspannung bei Mensch und Pferd, langsam und was Robyn Hood immer wiederholt hat: Habt ein klares Ziel vor Augen, 100% verständlich für das Pferd! Auf dem Foto (rechts) erkennt man zwei Führleinen, die nicht angebracht sind, weil das Pferd so wild ist, um es zu kontrollieren. Nein, im Gegenteil und superinteressant: in jahrzehntelangem Zusammensein mit Pferden haben Linda Tellington-Jones und Robyn die Erfahrung gemacht, und sind heute davon total überzeugt, dass Pferde lernen müssen sich zu balancieren. Das klingt zuerst fast wie Wörter aus dem All, aber ehrlich, müssen wir nicht auch lernen gerade auf dem Fahrrad zu sitzen, auf einen Baumstamm zu balancieren oder im Kies sicher zu laufen? Genauso geht es Pferden, haargenau so müssen sie lernen ihren Körper zu beherrschen, balancieren, Füße zu bewegen und Gleichgewicht halten. Das obere Foto zeigt nur eine Führleine, es ist das gleiche Pferd, nur einen Tag später ist das Bild aufgenommen, denn Dank eines eintägigen Zusammensein mit uns, versteht jetzt das Pferd bessere Körperbeherrschung, ist nicht mehr Kopfscheu und passiert Hindernisse problemlos. Hindernisse zu überwinden zu lernen ist für Pferde schnell erlernbar, wenn wir die Nerven behalten. Im Klartext, wir müssen in ganz kleinen Schritten, langsam und geduldig und mit dem Pferd das einüben. Der langsamste Weg, der allerlangsamste Weg – wo wir Menschen vor Langsamkeit schon fast einschlafen – ist der Schnellste. Dieses Araberpferd z.B. ist drei Jahre alt, hat immer wild auf der Weide gelebt, kaum Kontakt zu Menschen gehabt, die Bilder sind nach 3 Tagen Zusammensein entstanden. Ein verdammt schneller Erfolg, Dank Langsamkeit!

Entspannt sein, innere Konzentration, relax und fröhlich!
Pferdflüstern hin oder her, einige sollen ja schon mit Pferden gemeinsam singen. Natural Horsemanship hat ja viele Methoden, Trainingsformen und Zugänge zum Pferd. Und wir sind uns ganz sicher, z.B. in dieser Aussage: Pferde reagieren enorm extrem auf die momentane Verfassung des Partner Mensch, der neben ihnen steht. Im Round-Pen z.B. arbeite ich niemals bei windigen Verhältnissen. Die vielen Geräusche lenken das Pferd ab, die Konzentration des Pferdes und die relaxe Stimmung gehen dann verloren. Manuela geht nur zum Training wenn sie gut drauf ist, fröhlich und heiter arbeitet sie mit den Pferden. Vieler meiner Kommandos sind singende Töne und ruhiges Pfeifen. Gute Stimmung ist wichtig, denn da bin ich mir sicher, es gibt einen Wellenaustausch zwischen uns Menschen und Pferden. Ein Pferdekenner und guter Freund, Alex in Uruguay, hat mir das Erden beigebracht, sich erden, verbinden mit der Erde. Klingt nach Zauber, ist aber keiner. Alex Argument: Menschen leben in Stahlbetonbauten isoliert von den Strahlungen und Wellen der Natur. Plus Schuhe, meist Gummisohlen isolieren von der Erde. Also raus aus dem Haus, Schuhe aus, Barfuss erden, sich verbinden, von wo man abstammt, eben der Mutter Erde. Ich denke die innere Ruhe, der Frieden mit sich selbst, Nerven entspannt, fröhlich und lebenslustig, so sollten wir dem Pferd begegnen. Schauen sie sich genau das Foto an von Robyn Hood, das sagt alles aus!
Ich habe Robyn immer wieder beobachtet, wollte soviel lernen als möglich, und eine ganz fundamentierte grundsätzliche Art von ihr ist mir aufgefallen:
Robyn hat immer zuerst, egal mit welcher Arbeit sie begann, tief ausgeatmet, sich für Sekunden entspannt, erneut ausgeatmet und in tiefster Konzentration und mit innerlicher Verbindung zum Pferd sich langsam ins Training bewegt.
Massagen sind nicht nur für die Körperstruktur, sie bewegen Geist und Nerven
Das TTouch bedeutet ja anfassen, berühren, mit den Händen etwas bewegen, nicht nur Muskeln. Da denke ich, sollte man sich eines der Bücher kaufen, sonst sitze ich hier, und schreibe ein Jahr lang ein Buch, das niemals so gut sein kann wie das von Linda, sie ist mit Sicherheit weitaus kompetenter. Die Tellington-Methode ist ja einer der Wege, welche auch eine Philosophie im liebevollen Umgang mit Tieren und der Natur zur Verfügung stellt. Hier massiere ich gerade das Schulterblatt und Pferde haben enorm viele Bereiche, wo sie Massagen nicht nur mögen, sondern mit Hilfe von diesen Techniken kann man auch verschiedene Nervensysteme ansprechen. Gerne vermitteln wir unseren Gästen einige Techniken, die wie Wunder wirken, ganz besonders Massagen am und um den Schweifbereich.

Körperbewusstsein, sich fühlen, empfinden geben Vertrauen und Sicherheit
Keine Bilder aus dem Pferdekrankenhaus, sind Sie beruhigt? Schön, die Pferde auf den Fotos ebenfalls. Schauen Sie einmal, wie das vordere Tier den Kopf gesenkt hat, klares Zeichen für Entspannung. Pferde sind ja von Natur aus Fluchtiere und rennen in der freien Natur gerne davon. Senkt ein Pferd den Kopf, dann schränkt es seinen Blickradius extrem ein, und vertraut dem Menschen an der Seite. Es gibt viele Übungen Pferde zu Entspannen, auch das vermitteln wir unseren Gästen hier in Chile. Aber was interessant bezüglich Vertrauen und Sicherheit ist, sind diese Bandagen, die man Pferden anlegt. Seinen eigenen Körper besser fühlen, Bereiche des Körpers deutlicher wahrnehmen und Bewusstsein für den ganzen Körpers, entwickeln enormes Vertrauen zu seinem Umfeld und Sicherheit. Das ist 100%tig bei Pferden das Gleiche. Vertraut das Pferd uns, dann kann man, ich würde schon sagen fast provokativ, vieles mit dem Pferd praktizieren, was normalerweise fast unvorstellbar ist. Unglaubhaft? Wollen Sie es mal testen? Haben Sie ein Kofferradio oder transportable iPod Anlage mit lauten Lautsprechern?
Sarah, unsere Stute, kennt in keiner Form Negativerfahrung mit Menschen. Als ich einmal in den Round-Pen, für mich und Sarah ganz neu, einen kleinen Ghettoblaster (eine Dockstation mit Lautsprechern für den iPod) den ich gerade aus den USA bekommen hatte, mitbrachte und ihr das dröhnende Teil mit Pink Floyd Musik auf den Sattel schnallte, schaute Sarah relax, ging ihre Runden und sah mich so an, als ob sie fragen wollte: Wann geht’s ab zum Konzert!
Blödsinn so was macht man nicht mit Pferden - hörte ich einmal später. Doch macht man, man macht alles mit Pferden woran man selbst ehrliche und natürliche Freude hat, Pferde teilen gerne Freude mit Menschen, teilen ungemein gerne Spaß mit den Menschen und springen sogar vor Freude in Corral los Andes im Training!
Macht man nicht!?
Natürlicher Umgang mit Pferden ist unser Ziel. Macht man!
Man macht nicht, sich als Herrenmenschen dem Tier gegenüber darzustellen, sich mit Gewalt Respekt zu verschaffen und über Druck die Ziele zu erreichen.
Dann lieber Pink Floyd und TTouch – eine schöne Kombination an denen Pferde Freude haben.
Die „Drei Musketiere der Pferdekommunikation“ – Barbara aus Kalifornien, Manuela aus Chile und Robyn Hood, die in Kanada lebt

Manuela Paradeiser (Austria) & Clark
Stede (Germany)
Lodge Los Andes, Andean Valley Rio Hurtado,
Chile
Email: info@naturalhorsemanshipchile.com