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Training und Reiten

Die neuen Kurse beginnen, wir sind wieder in Chile zurück.
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Reiten Reisen Chile

Warum Weltenbummler Clark Stede nach Chile reiste und wieder sesshaft wurde - von Lilo Solcher
(Reportage aus der deutschen Allgemeine)

Reisen nach Chile, Reiten ein Lebenstraum




Es gibt Menschen, die können einfach nicht stillsitzen. Clark Stede ist so einer. Der Weltumsegler, der jahrelang in unserer Zeitung als Fotograf gearbeitet hatte, musste immer wieder aufbrechen, um Neues zu entdecken. Doch dann kam er nach Chile und jetzt sitzt er fest. In der Hacienda Los Andes hat der ehemalige Augsburger eine neue Heimat gefunden. Und weil er so fasziniert ist von der Vielfalt der chilenischen Landschaft und eben nicht stillsitzen kann, führt Stede die Gäste seiner Lodge gerne bei Pferdetouren oder Trekkings in die Berge. Schon 1993, als er bei der Weltumseglung zwei Monate in Chile festsaß, hat sich der Globetrotter „ein bisschen in das Land verliebt“. In die „wunderschöne Mischung“ von Naturextremen, freundlichen Menschen und angenehmem Klima. „Die Chilenen sagen, Chile ist eine Insel“, erzählt Stede in Augsburg und schaut in die Ferne, als könne er sein Traumland dort sehen, „im Norden die Wüste, im Süden die Antarktis, im Osten die Anden, im Westen der Pazifik“. Und dann die Weite, menschenleer. „Es gibt Ecken, da fährst du stundenlang und siehst keinen Menschen!“ Der 53-Jährige macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung. Schließlich will er ja auch Touristen nach Chile locken, das er als „Einsteigerland für Südamerika“ anpreist. Denn das lang gestreckte Land sei absolut sicher: keine giftigen Tiere, keine bösartigen Krankheiten, keine ernsthafte Kriminalität. Auch deshalb sei es ideal für Individualtouristen, die dank Internet und Reiseführer auf eigene Faust unterwegs seien. „Die Menschen wollen nicht so getrieben werden“, erklärt sich Stede den Trend zu mehr Individualismus. Der Ex-Weltenbummler und Ex-Weltumsegler hält nicht viel von Reisen von der Stange und hat sich auf Detailberatung für den Einzelnen per Mail und Internet spezialisiert. Das hat ihm viel Lob von Reiseexperten eingebracht ebenso wie seine Einstellung, Touristen nicht als Melkkühe zu betrachten. „Die Leute sollten für ihre Ersparnisse auch Top-Erlebnisse haben“, ist seine Devise. Auch er hat einige Zeit gebraucht, bis er zu dem wurde, was er heute ist.

Die Reise nach Chile begann in Patagonien
Zuvor hatte er eine Reittouren-Firma in Patagonien und der Laden brummte. Aber dem Mann, der nicht stillsitzen kann, wurde das alles zu kommerziell. Deshalb fuhr er mit seiner Lebensgefährtin, der Wienerin Manuela, in die chilenische Wüste. Dort wurde den beiden klar, dass sie in ihrem Leben noch einmal einen Traum wahrmachen wollten, den Traum von einer Hacienda. Und bei der Rückkehr sahen sie dann „diese alte, vergammelte Hacienda mit einer Riesenpalme davor“. Kurz entschlossen kaufte Stede die Bruchbude und verkaufte die andere Firma übers Internet. Natürlich musste er einiges investieren. 15 Monate dauerte der Umbau der 1856 gegründeten Hacienda und dann stand alles wieder so, „wie’s einmal war bis hin zu den Wandbemalungen“. Nur der Garten sei „etwas schöner“ geworden. Das Grundstück ist riesig mit eigener, wenn auch erschöpfter, Goldmine. Trotzdem pflegt Stede gute Nachbarschaft.

Die Reise beginnt bei sich selbst
Getreu dem Motto „den Kuchen teilen“ kauft er beim Nachbarn frische Produkte für seine Küche. Die chilenische Köchin liebt es mediterran. Dafür muss der Chef einmal pro Woche auf den 80 Kilometer entfernten Fischmarkt. Aber die Hacienda liefert auch viel Eigenes: Wein, Säfte, Marmelade, Honig. „Ich habe schon das Gefühl, in einem Paradies zu leben“, sagt Stede und ein bisschen Sehnsucht schwingt mit. Dabei hat sich der gebürtige Berliner in Augsburg immer wohl gefühlt. „Ehrlich, Augsburg finde ich schön“, lobt er seinen ehemaligen Standort. Aber Heimat ist für ihn jetzt die Hacienda in Chile, wo Manuela und er „pferdenärrisch“ sein können. Sie sind stolz auf die Criollos, die reinblütigen Abkömmlinge der Konquistadoren – Pferde. Pferdetrekking ist denn auch eine der Hauptattraktionen der Hacienda. Aber natürlich kommen auch Gäste, „die mit Pferden nichts am Hut haben“. Ein Wegebuch mit Pflanzenporträts öffnet den Wanderern die Augen für eine andere Welt. Immerhin gibt es auch noch den Fotografen Clark Stede. „Ein bisschen“ fotografiert er noch, in Schwarz-Weiß – derzeit für einen Bildband über Gauchos. Auch im Paradies kann der Mann nicht stillsitzen.

Die Reise nach Chile ist vorerst beendet
Heimat von Clark Stede ist heute der Corral los Andes im Tal von Rio Hurtado in den Anden Chile`s – das grüne Land im Hintergrund.
Aber wie sagt Clark immer "Nur wer losfährt kommt an!" - bleibt die Frage offen, wohin die nächste Reise geht?

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Manuela Paradeiser (Austria) & Clark Stede (Germany)
Lodge Los Andes, Andean Valley Rio Hurtado, Chile
Email: info@naturalhorsemanshipchile.com