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Training und Reiten |
Warum Weltenbummler Clark Stede nach Chile reiste und wieder sesshaft wurde - von Lilo Solcher
(Reportage aus der deutschen Allgemeine)

Die Reise nach Chile begann in Patagonien
Zuvor hatte er eine Reittouren-Firma in Patagonien und der Laden brummte. Aber dem Mann, der nicht stillsitzen kann, wurde das alles zu kommerziell. Deshalb fuhr er mit seiner Lebensgefährtin, der Wienerin Manuela, in die chilenische Wüste. Dort wurde den beiden klar, dass sie in ihrem Leben noch einmal einen Traum wahrmachen wollten, den Traum von einer Hacienda. Und bei der Rückkehr sahen sie dann „diese alte, vergammelte Hacienda mit einer Riesenpalme davor“. Kurz entschlossen kaufte Stede die Bruchbude und verkaufte die andere Firma übers Internet. Natürlich musste er einiges investieren. 15 Monate dauerte der Umbau der 1856 gegründeten Hacienda und dann stand alles wieder so, „wie’s einmal war bis hin zu den Wandbemalungen“. Nur der Garten sei „etwas schöner“ geworden. Das Grundstück ist riesig mit eigener, wenn auch erschöpfter, Goldmine. Trotzdem pflegt Stede gute Nachbarschaft.
Die Reise beginnt bei sich selbst
Getreu dem Motto „den Kuchen teilen“ kauft er beim Nachbarn frische Produkte für seine Küche. Die chilenische Köchin liebt es mediterran. Dafür muss der Chef einmal pro Woche auf den 80 Kilometer entfernten Fischmarkt. Aber die Hacienda liefert auch viel Eigenes: Wein, Säfte, Marmelade, Honig. „Ich habe schon das Gefühl, in einem Paradies zu leben“, sagt Stede und ein bisschen Sehnsucht schwingt mit. Dabei hat sich der gebürtige Berliner in Augsburg immer wohl gefühlt. „Ehrlich, Augsburg finde ich schön“, lobt er seinen ehemaligen Standort. Aber Heimat ist für ihn jetzt die Hacienda in Chile, wo Manuela und er „pferdenärrisch“ sein können. Sie sind stolz auf die Criollos, die reinblütigen Abkömmlinge der Konquistadoren – Pferde. Pferdetrekking ist denn auch eine der Hauptattraktionen der Hacienda. Aber natürlich kommen auch Gäste, „die mit Pferden nichts am Hut haben“. Ein Wegebuch mit Pflanzenporträts öffnet den Wanderern die Augen für eine andere Welt. Immerhin gibt es auch noch den Fotografen Clark Stede. „Ein bisschen“ fotografiert er noch, in Schwarz-Weiß – derzeit für einen Bildband über Gauchos. Auch im Paradies kann der Mann nicht stillsitzen.

Die Reise nach Chile ist vorerst beendet
Heimat von Clark Stede ist heute der Corral los Andes im Tal von Rio Hurtado in den Anden Chile`s – das grüne Land im Hintergrund.
Aber wie sagt Clark immer "Nur wer losfährt kommt an!" - bleibt die Frage offen, wohin die nächste Reise geht?
Manuela Paradeiser (Austria) & Clark
Stede (Germany)
Lodge Los Andes, Andean Valley Rio Hurtado,
Chile
Email: info@naturalhorsemanshipchile.com